Heilung von Gürtelrose bei einem 58-jährigen Mann nebst einer kleinen Abhandlung über die Behandlung von Hautkrankheiten

Fallstudie

Autor: Volker Weis

Herr M.P. groß, kräftiger muskulöser Körperbau, Glatze, Vater von erwachsenen Zwillingsmädchen sowie einem Sohn, getrennt lebend, kommt in die Praxis.

Diagnosen: Gürtelrose, Schuppenflechte, Hautpilz, Lippenherpes

Erstanamnese: Februar 2017
Die Gürtelrose besteht seit 1 Monat und sitzt am Rücken(Brustwirbelsäule) rechts. Sie jucke nicht aber mache brennende Schmerzen. Besserung durch warmes - heißes Duschen.

Die Schuppenflechte ist hereditär, d.h. in der Erbanlage vorgezeichnet: die Mutter, die Tante und der Großvater haben sie gehabt.
Bei ihm tritt sie an den Füßen und Ellbogen auf. Juckreiz besteht auch im Bartbereich schlimmer in Bettwärme und besser durch kaltes Wasser. Seine Schuppenflechte brach aus nach dem Tod seines Zwillingsbruders 2014.

Ein weißer nässender Hautkrebs (Basaliom) am linke Ohrläppchen wurde 2017 operiert. Der Zustand ist jetzt ruhig.

Herr P. hatte 2 Ohren-OPʻs wegen eitriger Mittelohrentzündung, die das Trommelfell zerfraßen. Jetzt hat er ein künstliches Trommelfell.

Außerdem klage er über Rückenschmerzen mit Steifigkeit, die sich durch nasskaltes Wetter und beim Bücken verschlimmern und durch Recken bessern.

Prostata-Beschwerden mit imperativem(plötzlichem) Harndrang und schwachem Harnstrahl.

Psyche: ein ruhiger Mensch, “früher sehr schüchtern“. Hat drei Kinder. Viele Beziehungen gehabt. Seine Frau ließ sich nach 25 Jahren Ehe scheiden, weil er immer mehr mit einer anderen Frau die Zeit verbrachte (und verbringt). Diese will ihn zwar nicht als Partner haben, schätzt aber seine Hilfsbereitschaft und Kraft in ihrem Möbelladen.
Die Mutter sei fromm gewesen und zu Schulmedizinern gegangen - der Vater streng, erst Nazi, dann Pazifist. Der sei zum Homöopathen gegangen. Beide seien nie herzlich zu ihren Kindern gewesen.

Nahrungsverhalten:
Verlangen: Nudeln, Fleisch, Eier(3), Käse(3), Bier(3), Kaffee(3)
Abneigung: Gemüse, Scharfes Essen
Schlecht verträglich: rohe Zwiebeln -> machen Blähungen.

Herr P. bekommt das homöopathische Mittel Rhus toxicodendron in der Potenz LM 6 zur täglichen Einnahme. Später folgen die Potenzen LM 9 und LM 12

Fallverlauf:
Schon im März 2017, ein Monat nach Behandlungsbeginn, berichtet er:
“Das Mittel hat schnell und gründlich geholfen, Nach 1 Woche war die Gürtelrose weg.“ Nach 1-3 Tagen schon habe er es gespürt. Die Schuppenflechte war dieses Jahr in der nasskalten Zeit sehr gut. Letztes Jahr habe es “extrem gejuckt, .... schlimm, kaum auszuhalten.“
Prostata: nicht gut, schlechte Entleerung. - Rückenschmerz besser.

Im Mai 2017 berichtet er:
“Es ging ganz gut mit der Haut!“ Er nahm 10 Wochen lang täglich das Mittel ein. Die Schuppenflechte ist weg mit Gesicht, Bartbereich und auch am Ellbogen, aber an den Füßen noch vorhanden.
Lippenherpes: gut im Moment.
Die Prostata, der imperative Harndrang ist besser.
Der Rückenschmerz durch viel Computer-Arbeit gerade schlimmer. Er bessert sich durch Bewegung

Fazit:
In dieser Falldarstellung ist zu sehen wie ein vor kurzem entstandener Hautausschlag(die Gürtelrose) innerhalb Tagen verschwinden kann. Schulmedizinische Mittel wurden nicht angewandt.
Die Gürtelrose, die seit 3 Jahren besteht, bessert sich deutlich. Und zwar von oben nach unten. Das ist die richtige Heilrichtung!
Sie hätte wohl auch vollständig geheilt werden können, aber Herr P. ist mit dem Resultat anscheinend zufrieden und bricht nach einem halben Jahr die Behandlung ab.

Allgemeines zur Behandlung von Hauterkrankungen:

Alle Homöopathen wissen es und können aus ihrer Praxiserfahrung ein Lied davon singen:

Hautkrankheiten behandelt man von innen!

Durch äußere, unterdrückende “Maßnahmen“ mit Cortison, Schwefel- und sonstigen Salben, starken medizinischen Bädern etc. geschieht sehr viel Unheil.

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat auch immer davor gewarnt, Milchschorf bei Kindern weg zu behandeln. Egal mit welchen natürlichen Mitteln.

Ich selbst habe in meiner Praxis erlebt, dass eine Mutter den geistigen Entwicklungsstillstand ihres Sohnes provozierte durch „Wegrubbeln“ des Schorfes mit Schwarzkümmel-Öl. Lassen sie diesen in der Entwicklung des Kindes problemlosen und für die Reifung und Abwehrlage der Haut so wichtigen Ausschlag einfach bestehen. Er vergeht von alleine. Auch wenn es bis zum Beginn der Schulzeit andauert.

Manchem Patient schlägt die Energie der Krankheit, die ja immateriell und verschieblich ist, auf ein anderes edleres Organ. Eine unterdrückte Gürtelrose z.B. kann bei einem älteren Menschen, aufʻs Herz schlagen, falls das seine Schwachstelle ist.
Oft erleben wir in der Praxis Asthma durch unterdrückte Hautausschläge oder chronische Durchfälle.

Hautausschläge können durch Impfungen hervorgerufen werden. Nur um ein Beispiel aus der Praxis zu nennen: ein junger Mann von 16 Jahren mit schwerer Neurodermitis hatte an seinem 1. Lebenstag eine 11-fach-Impfung bekommen. Im 4. Lebensmonat brach dann die Hautkrankheit aus. Andere mögliche Ursachen gab es keine, auch keine erbliche Veranlagung.

Und noch eines: Hautausschläge sind mit Fingerspitzengefühl zu behandeln. Sie gehören in die Hand eines geschulten Heilpraktikers oder Arztes. Homöopathische Selbsthilfe-Bücher bieten immer wieder Antworten an, die aber bei unsachgemäßem Gebrauch der Arzneimittel zu heftigsten Verschlimmerungen führen können.



zurücknach oben